Merkblatt zum Integrationskurs

für bereits länger in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer, Unionsbürgerinnen und Unionsbürger sowie deutsche Staatsangehörige ohne ausreichende Deutschkenntnisse

 

Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,

wenn Sie als Ausländerin oder Ausländer bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben oder wenn Sie Unionsbürgerin oder Unionsbürger sind oder wenn Sie als Deutsche oder Deutscher keine ausreichenden Deutschkenntnisse haben, können Sie beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Antrag auf Zulassung zur Teilnahme an einem Integrationskurs stellen.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die noch eine Schule besuchen, können nicht am Integrationskurs teilnehmen.

 

Was ist ein Integrationskurs?

Der allgemeine Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstunden und einem Orientierungskurs mit 60 Unterrichtsstunden. Der Sprachkurs besteht aus Kursabschnitten mit jeweils 100 Stunden. Die ersten 300 Stunden werden Basissprachkurs genannt, die darauffolgenden 300 Stunden Aufbausprachkurs.

Im Sprachkurs lernen Sie den Wortschatz, den Sie zum Sprechen und Schreiben im Alltag brauchen. Dazu gehören Kontakte zu Behörden, Gespräche mit Nachbarn und Arbeitskollegen, das Schreiben von Briefen und das Ausfüllen von Formularen.

Der Orientierungskurs informiert Sie über das Leben in Deutschland und vermittelt Ihnen Wissen über die Rechtsordnung, die Kultur und die jüngere Geschichte des Landes.

Welcher Kurs für Sie der richtige ist und mit welchem Kursabschnitt Sie beginnen sollten, stellt der Kursträger in einem Test vor Kursbeginn fest.

 

Teilnahme am Abschlusstest

Der Abschlusstest besteht aus einer Sprachprüfung und dem Test zum Orientierungskurs. Wenn Sie in der Sprachprüfung ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen und den Test zum Orientierungskurs bestehen, haben Sie den Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen und erhalten das „Zertifikat Integrationskurs".

Wenn Sie nicht erfolgreich waren, erhalten Sie nur eine Bescheinigung über das erreichte Ergebnis.

Die Teilnahme am Abschlusstest ist kostenlos.

 

Vorteile durch die Teilnahme am Integrationskurs

Ausländerinnen und Ausländer, die aus einem Land kommen, das nicht zur Europäischen Union gehört, müssen einige Voraussetzungen erfüllen, wenn sie ein unbefristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland erhalten wollen. Unter anderem müssen Sie ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache sowie Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland haben. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Integrationskurses sind diese Voraussetzungen erfüllt. Außerdem können Sie dann gegebenenfalls früher eingebürgert werden.

Darüber hinaus erleichtern die in den Integrationskursen erworbenen Deutschkenntnisse den Alltag in Deutschland und erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

 

Ordnungsgemäße Kursteilnahme

Damit Sie das Ziel des Integrationskurses erreichen, sollten Sie ordnungsgemäß am Kurs teilnehmen. Das bedeutet, dass Sie den Unterricht regelmäßig besuchen und am Abschlusstest teilnehmen. Die ordnungsgemäße Kursteilnahme ist für Sie auch wichtig, wenn Sie Fahrtkosten erhalten oder später den Aufbausprachkurs wiederholen wollen. Ihr Kursträger bestätigt Ihnen die ordnungsgemäße Teilnahme schriftlich, wenn Sie dies wünschen.

 

Kosten des Integrationskurses

Sie müssen einen Kostenbeitrag in Höhe von 1,55 EUR pro Unterrichtsstunde an den Kursträger bezahlen. Dieser Kostenbeitrag ist vor Beginn eines jeden Kursabschnittes von 100 Unterrichtsstunden und vor dem Orientierungskurs zu bezahlen. Wenn Sie im Unterricht fehlen, kann Ihnen der Kostenbeitrag für die versäumten Stunden nicht zurückgezahlt werden. Wenn Sie kein eigenes Einkommen haben, muss diejenige Person den Kostenbeitrag bezahlen, die verpflichtet ist, für Ihren Unterhalt zu sorgen.

Sie können vom Kostenbeitrag befreit werden, wenn Sie Arbeitslosengeld II oder Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) bekommen oder Ihnen die Zahlung wegen Ihres geringen Einkommens besonders schwer fällt. Die Befreiung vom Kostenbeitrag müssen Sie schriftlich bei der Regionalstelle des Bundesamtes beantragen, die für Sie zuständig ist (siehe Adressenliste). Den Nachweis über die Befreiungsgründe fügen Sie bitte bei (Kopie der entsprechenden Bescheinigung). Bitte stellen Sie den Antrag spätestens mit der Anmeldung beim Kursträger. Wenn Sie vom Kostenbeitrag befreit sind, müssen Sie dem Bundesamt sofort mitteilen, wenn Sie Arbeitslosengeld II oder Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) nicht mehr erhalten oder sich Ihre finanziellen Verhältnisse ändern.

 

Rückerstattung des Kostenbeitrags

Wenn Sie nach dem 08.12.2007 erfolgreich am Abschlusstest teilgenommen haben, kann Ihnen das Bundesamt 50 % des gezahlten Kostenbeitrags zurückbezahlen. Dies gilt aber nur, wenn zwischen dem Ausstellen Ihrer Teilnahmeberechtigung und dem Abschlusstest nicht mehr als zwei Jahre vergangen sind. Für die Rückerstattung müssen Sie bei der zuständigen Regionalstelle des Bundesamtes einen Antrag stellen.

 

Fahrtkosten (bei einem Unterrichtsweg von mehr als drei Kilometern) 

Wenn Sie vom Bundesamt von der Zahlung eines Kostenbeitrags befreit wurden, bekommen Sie die notwendigen Fahrtkosten erstattet. Hierzu müssen Sie bei der zuständigen Regionalstelle des Bundesamtes einen Antrag stellen, in dem Sie die Fahrtkosten begründen. Grundsätzlich können Fahrtkosten nur bei ordnungsgemäßer Kursteilnahme bezahlt werden.

 

Wiederholung

Wenn Sie in der Sprachprüfung keine ausreichenden Deutschkenntnisse nachweisen konnten, können Sie einmal 300 Unterrichtsstunden wiederholen. Voraussetzung ist aber, dass Sie regelmäßig am Unterricht und danach am Abschlusstest teilgenommen haben. Für die Wiederholung von 300 Stunden muss beim Bundesamt ein Antrag gestellt werden. 

Die Teilnahme am Sprachtest nach den Wiederholungsstunden ist auch kostenlos.

 

Was Sie sonst noch wissen sollten:

Internetseiten: www.bamf.de.

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